![]() |
|
Midas Meliflua (Aristide Avery) - Druckversion +- Make Me Run (https://makemerun.de) +-- Forum: Auftakt (https://makemerun.de/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Verzeichnis (https://makemerun.de/forumdisplay.php?fid=7) +---- Forum: Steckbriefe (https://makemerun.de/forumdisplay.php?fid=48) +---- Thema: Midas Meliflua (Aristide Avery) (/showthread.php?tid=2576) |
Midas Meliflua (Aristide Avery) - Midas Meliflua - 30.11.2025 Einschulung von Ari - September 1970 - Aristide Ari hatt eine Abstufung von Momenten, die an diesem Tag schlimm gewesen waren. Der Hogwartsexpress, der auf dem Gleis einfuhr und die Hand seines Vaters, die in dem Moment nicht mehr auf seiner Schulter war. Die unglaublich vielen Menschen auf dem Gleis, im Zug. Ari bei dem Versuch sein Gepäck zu tragen und die (vermutlich enttäuschten) Blicke in seinem Rücken, als er es nicht sofort schaffte (er traute sich nicht umzudrehen und nachzusehen). Der Moment, als er Prim und Midas im Zug nicht sofort fand. Leute, die nach Aris Namen fragten oder von ihren Eulen redeten oder von ihren Eltern oder ihren Zauberstäben und in welches Haus sie wollten. Und dann der schlimmste Moment, als der Sprechende Hut auf Aristides Kopf gesetzt wurde und gefühlt ganz Hogwarts in anstarrte. Da hatte Ari sich schon entschieden - nicht für ein Haus (Slytherin war immer noch eine Option, weil Primula dort war und Ravenclaw, weil Midas dort war) sondern dafür unsichtbar zu sein. Er wollte, dass niemand ihn sehen konnte. Er wollte niemand sein. Und weil der Wunsch alle anderen übertönte brauchte der Sprechende Hut eine Weile mit ihm. Und als Aristide Avery schließlich Ravenclaw zugeteilt wurde, war er niemand, der besonders eindrucksvoll gewirkt hatte. Noch ein Erstklässler. Eher klein? Hatten die Haare nicht im Gesicht gehangen? Sah er jemandem ähnlich? Vielleicht nicht. Midas hatte ihm einen Platz freigehalten und Leute applaudierten und erkundigten sich nach Dingen, Ari stolperte durch die Antworten wie vorher mit seinen Koffern und war dankbar, als Midas einen Witz machte, noch ein neuer Erstklässler sich zu ihnen und niemand mehr Aufmerksamkeit für ihn übrig hatte. Er hatte sich auf Hogwarts gefreut und eigentlich war er es gewohnt viele Menschen um sich herum zu haben. Aber seine Geschwister und Cousins kannte Midas, wusste worin sie gut oder schlecht waren und wo sie ihre Schokofroschkarten voreinander versteckten. Hogwarts war voller neuer Leute und niemanden davon konnte Ari einschätzen, vor allem aber war es ihm lieber, wenn niemand ihn einschätzen konnte. Er würde sich noch bei Primula entschuldigen müssen, dass er nicht zu den Slyhterins gekommen war, aber er glaubte es war eine gute Wahl bei Midas zu sein. Midas konnte so viel Platz einnehmen, dass Aristide das nicht musste. Auswechslung von Midas - Juni 1977 - echter Midas Midas hatte sich irgendwie vorgestellt, dass es feierlicher sein würde. Aber es war ungefähr so feierlich wie Suppe aus schlecht gewordenen Kürbissen (keine Ahnung, warum er daran dachte, mitten im Sommer - er hatte nicht einmal Hunger). Die letzte Woche hatte an Midas Nerven genagt, aber er stand in dem kleinen Raum mit der Ansammlung seiner Verwandten so vorgeblich selbstbewusst wie immer. Er hatte zu wenig geschlafen, aber das Lächeln konnte er auch im Schlaf. Der Rest war eine andere Sache, Midas als Konzept drohte wie ein Bild aus seinem Rahmen zu fallen. Er war zu nah von absoluter Panik entfernt und die meisten hier im Raum wussten das inzwischen, was erniedrigend war. Sein Spiegelbild strahlte nicht die gleiche, mühsam beherrschte Nervosität aus. Was vor allem daran lag, dass es nicht sein Spiegelbild war sondern Ari. Aristide trug seine Kleidung, seine Nase, sein Augenbrauen, das Grün seiner Augen. Es war nicht das erste Mal, dass Midas Ari sah, wie er jemand anderen nachahmte (ihre Mitschüler, Lehrer, Aris Geschwister), aber es war seltsamer, wenn man selbst es war. Die Bewegungen waren vertraut und trotzdem noch falsch. Midas kannte Aristide so gut wie der Avery ihn - er erkannte die kleinen Anzeichen von Ari. Das lange Starren, das zu intensive Grün in den Augen wenn Ari aufgeregt war, ein kurzes Lächeln, Ari, der viel zu sanft war und (wenn man Midas fragte) vielleicht sogar zu einfältig. Glaubten sie wirklich Aristide von allen Menschen konnte alle täuschen? Aber dann nickte Ari und es sah wirklich aus wie Midas. Aris Haltung kam Midas immer weniger vor, wie Aris übliches Verschmelzen mit dem Hintergrund und immer mehr, wie er selbst sein sollte und gerade nicht mehr war. Verdammt gruselige Sache, sich selbst so zu sehen. Aristide sah ihn an und sein Lächeln war komplett Ari, verschmitzt, aber viel zu offen. Sie würden ihn als Auroren Novizen Püree wieder nach Hause bringen, passend zu der Suppe, die Midas auch erst im Herbst bekommen würde. Nicht, dass das wirklich relevant war. Sein Verhältnis zur Zeit hatte gelitten (zu sehr, hatte ihm jemand ernsthaft versichert). Midas war ohnehin nur noch halb da, ohne dass er sich ernsthaft verstecken müssten. Aristide jedoch gewann mehr an Substanz, es war unfair wie einfach er es aussehen ließ, Midas zu sein. Aber niemand interessierte das, in dem Raum wurde anderes diskutiert. Der echte Midas hatte aufgehört zuzuhören. Und Aristide leistete ihm noch aus Gewohnheit dabei Gesellschaft, aber sein Sommer würde ganz anders werden. Der falsche Zauberstab - Oktober 1977 - Midas Der Zauber ging daneben und produzierte eine Kiste voller Akten und Schleim statt eine Kiste voller sortierter Akten. Wie viele Zauber, die in den letzten Monaten schief gelaufen waren, inklusive dem Zauber, der Midas diese Strafarbeit im Archiv eingebrockt hatte. Die Zeit mit Henry. "Du wirst dich entscheiden müssen ob ich zu viel oder zu wenig mache.", knurrte Midas beinahe und er realisierte, dass es fast so wirkte als habe er den Zauber aus Absicht verpatzt. Aber er hatte nicht die Energie das klar zu stellen. Er hielt den Zauberstab des echten Midas voller Frust umklammert, eine Emotion, die Henry im Moment perfekt spiegelte, nein, eigentlich noch übertraf. Henrys Zorn war nicht ganz neu, hatte bis jetzt aber nur Unterschwellig seinen Ausdruck gefunden, er hatte Midas zu verstehen gegeben, dass er ihn nicht schätzte (als Person und vermutlich als Kollegen) - aber er hatte ihn noch nie weggeschickt. Vor allem nicht, nachdem sie fast so etwas wie eine normale Unterhaltung geführt hatten. Der Zorn in Henrys Augen traf erneut auf etwas, das sich tief in Ari verknotet zu haben schien - er ließ sich nicht die Zeit durchzuatmen und zu erkunden was es war. Er starrte wütend zurück, das Grün seiner Augen mit Sicherheit um eine Schattierung dunkler. Nicht, dass es den meisten Leuten wirklich auffiel. "Du kannst mich nicht einfach wegschicken.", er klang kleinlich, wie ein beleidigtes Kind. "Wir haben drei Jahre gemeinsame Ausbildung vor uns und ich versuche einen Weg zu finden wie das funktionieren kann." Er starrte zurück und behielt seinen Zauberstab absichtlich in der Hand, was etwas albern war - eigentlich hätte er das Ding am liebsten von sich geworfen. Zauberstäbe trugen Erinnerungen an alle ausgeführten Zauberer in sich - oder so ähnlich, Ari war kein Experte in der Materie. Aber wenn nur einer dieser Zauber zu Schulzeiten gegen Henry gerichtet worden war, dann wollte Ari nichts mehr damit zu tun haben. Was eine späte, viel zu späte Einsicht war. Er hielt den Zauberstab zwischen beiden Händen vor Henrys Gesicht, holte tief Luft und brach ihn durch. Das Geräusch vermischte sich mit dem schleimigen Tropfen, das der missratene Zauber immer noch verursachte, und war so unangenehm, dass Midas das Gesicht verzog. "Hier.", er ließ die Stücke seines Zauberstabes fallen und bevor er die Zeit hatte den Ausdruck in Henrys Augen zu interpretieren, machte Ari einfach weiter. Seine Schritte in Richtung des Regals mit der Kiste waren beinahe beschwingt, diesen dummen Zauberstab los zu werden fühlte sich irgendwie befreiend an. Richtiger, als Ari geahnt hatte. Seine Schultern fanden ein wenig leichter in die aufrechte, stolze Haltung, die Midas so ausmachte. Er hatte Henry den Rücken zugekehrt und erst bei Henrys Nachfrage, warum er das getan hatte, drehte er sich um, halb damit rechnend mit der gleichen Wut der Gerechtigkeit konfrontiert zu sein wie zuvor. Etwas in seinem Gesichtsausdruck änderte sich, als sein Blick Henry erfasste. Zu viele Sekunden verstrichen bevor er antwortete. "Du musstest wissen, dass es mir ernst ist, oder nicht?", seine Stimme klang zu ernst, zu final. Er schüttelte es ab, fand einen schnippischen Tonfall wieder. "Davon abgesehen, das Ding war eine Katastrophe. Jeder zweite Zauber ließ irgendetwas explodieren." Nicht dass er Henry dabei ansah als wolle er wissen was passierte, wenn Henry keine andere Wahl mehr hatte als in die Luft zu gehen. |