- Hexen werden nur bis zur dritten Schulstufe an der Tiefenwald-Akademie in Magie unterrichtet. Zur erhalten sie gemeinsam mit den Jungen eine grundlegende Ausbildung in Schreiben und Rechnen, doch eine volle Ausbildung ihres magischen Könnens ist nicht vorgesehen.
- Nichtmagische Mädchen werden ab 9 Jahren im Tiefenwald-Austauschprogramm unterrichtet, das ihnen weitaus mehr wirtschaftliche Zuständigkeit zugesteht als Hexen. Bis zum Alter von 18 Jahren genießen sie daher weitere Bildung und eine Perspektive auf einen Beruf innerhalb oder außerhalb Tiefenwalds. Nichtmagisch geborene Frauen genießen in Tiefenwald damit mehr Akzeptanz als beispielsweiße in Großbritannien.
- Ab 12 Jahren wird von den Junghexen erwartet, dass sie lernen einen Haushalt zu führen sowie ihre Tracht zu scneidern und zu besticken. Eine tiefergehende magische Ausbildung liegt im Ermessen der Erziehungsberechtigten.
- Eine gute Hexe im Tiefenwalder Sinn beherrscht einen Haushalt auch ohne den Einsatz eines Hauselfen oder anderen Personals. Sich Unterstützung zu holen ist ein Zeichen von Schwäche, das vor allem älteren Hexen ohne weitere familiäre Unterstützung zugestanden wird.
- Hexen gelten sozial als Zierde an der Seite ihres Mannes - was mit einer deutlichen Missbilligung von jenen einher geht, die sich auch mit Ende zwanzig noch nicht ehelich an einen Zauberer gebunden haben.
- Wohlhabende Familien lassen ihren Töchtern zwar eine in ihren Augen ausgezeichnete Ausbildung, Besitz und vor allem auch beträchtliche Mitgiften zukommen, die Leitung eines Familienunternehmens geht jedoch stets an einen männlichen Verwandten über.
- Neben der Kindererziehung und der Unterstützung ihres Gatten haben sie insbesondere durch ihr handwerkliches Geschick beim Anfertigen ihrer Silberstedter Tracht (ab 14 Jahren wird erwartet, dass sie sich eigenständig darum kümmern) außerdem auch das Ansehen und den Einfluss ihrer Werkstatt zum Teil mit in der Hand.
- Unharmonische Ehen äußern sich daher häufig auch darin, dass eben diese Tracht vernachlässigt wird - es ist der effektivste Weg der Machtausübung einer Hexe Tiefenwalds, wo der Einfluss der Werkstätten alles bedeutet.
Bestrebungen für mehr Rechte (wie das selbstständige Führen einer Werkstatt) oder politisches Mitspracherecht hat es immer wieder im kleineren Maße gegeben, diese Frauen wurden bisher jedoch als Sonderlinge behandelt und ihre Bemühungen verliefen soweit im Sande. Das bedeutet nicht, dass es nicht Strukturen gibt, die unter der Hand Einfluss nehmen und aufgrund ihrer Subtilität von den Zauberern entweder nicht bemerkt, oder stillschweigend geduldet werden.
Ausnahmen im Gefüge gibt es insbesondere in den armen Familien des Reiches, wo die innerfamiliäre Struktur sich allein aufgrund der Notwendigkeit anders verhalten kann. Nicht jeder Zauberer ist ein geeignetes Familienoberhaupt, nicht selten sind es gerade die Männer, die eine Familie in den finanziellen Ruin führen. Gerade deswegen wird jedoch auch naserümpfend auf diese Familien herabgesehen, denn wo in manchen Ländern ein gewisser Blutstatus als Qualitätskriterium angesehen wird, ist es in Silberstedt wirtschaftlicher Erfolg.
Ausländische Hexen empfinden es häufig als befremdlich, dass sie innerhalb der Grenzen Tiefenwalds als Geschäftsfrauen nicht wirklich ernst genommen werden.


