Wenn man einen Beweis dafür sucht, dass Magier- und Muggelwelt vor langer Zeit eins waren, dann lohnt sich ein Blick auf die Silberstedter Tracht. Die Bänderhauben der Hexen erinnern doch sehr stark an die einstmals auch im Harzer Raum üblichen Kopfbedeckungen.
Bei Zauberern fällt die Tracht äußerst unauffällig aus: neben einem weißen Hemd und einer festen Stoffhose komplettiert ein halblanger Umhang das Ensemble, der mit einer für gewöhnlich goldbestickten Zierde gesäumt ist, die die Werkstatt seiner Familie symbolisch zum Motiv nimmt. Diese Umhänge sind stets handgefertigte Unikate und werden traditionell von den Müttern und Ehefrauen der Männer hergestellt. Ein gutes handwerkliches Geschick ist für die gebührende Repräsentation daher unabkömmlich.
Hexen tragen aufwändigere Gewandung, die in den verschiedensten Farben daherkommen kann und ebenfalls mit Symbolen ihrer Werkstätten (bzw. jener ihres Gatten) als Goldstickerei versehen sind. Mädchen wird diese Tracht von ihren Müttern angefertigt, spätestens mit 14 Jahren wird aber erwartet, dass sie Ausbesserungen und Neuanfertigungen selbst in die Hand nehmen. Auch für diese Art der Ausbildung ist am Ende die Loslösung vom regulären Schulbetrieb Tiefelwalds da.
Der wirtschaftliche Erfolg einer Werkstatt lässt sich nicht nur in Zahlen bemessen, sondern insbesondere an der Qualität der zu Handelstagen und Festtagen ausgeführten Tracht. Neben teuren Stoffen und glänzendem Gold arbeiten reiche Werkstätten gern auch Edelsteine in die Stoffe - oder natürlich auch den Schmuck - der Trägerinnen ein. Den weiblichen Familienmitgliedern kommt damit eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe zu: In Konkurrenz zueinander beeinflussen sie mitunter, welche Werkstätten als für den Stadtrat von Silberstedt angemessen erachtet werden. Ein gut gefülltes Bankkonto allein ist es nicht!



