Die Silberstedter Findelkinder sichern das Fortbestehen der magischen Kultur Silberstedts ab, kommen gleichzeitig aber nicht ursprünglich aus diesem magischen Reich. Die Magier von Silberstedt lassen es nicht zu, dass im Harzer Umland magisch begabte Kinder in der Muggelwelt aufwachsen. Egal ob nun Kinder von Einheimischen, Gastarbeitern oder anderweitig Zugezogenen Menschen (und damit sogar Magiern!), erfassen Tiefenwalds Magier magische Aktivitäten außerhalb ihres abgekapselten Magierreichs, wird das entsprechende Kind aufgespürt und nach Tiefenwald verbracht. Die meisten Kinder können sich später nicht einmal mehr an ihre Muggeleltern erinnern, den ein oder anderen diplomatischen Zwischenfall mit anderen magischen Reichen mag es ebenfalls schon gegeben haben, doch Tiefenwald nimmt kaum etwas so ernst wie das Geheimhaltungsabkommen, das eine Vermengung von magischer und nichtmagischer Welt untersagt.
Die entführten Kinder werden von den ansässigen Silberstedter Familien als Mündel aufgenommen und - abgesehen davon, dass sie die Werkstätten ihrer Zieheltern bei Vorhandensein von leiblichem Nachwuchs nicht erben - als vollwertige Familienmitglieder und Einwohner Tiefenwalds angesehen. Nicht alle Silberstedter entsprechend also dem Klischeebild weißer, europäischer Menschen. Das mag überraschen, gelten Tiefenwalder Magier ja nicht unbedingt als begeistert von fremden Kulturen innerhalb ihrer eigenen Reihen, dies gilt jedoch nur für Besucher von außerhalb - von welchen man am Ende immer industrielle Spionage erwartet. Bei den Findelkindern hat man diese Angst nicht.
Selbst wenn eines dieser Findelkinder im Laufe seines Lebens seine biologische Familie kennenlernen möchte, stehen die Chancen dafür sehr schlecht. Tiefenwald führt keine Aufzeichnungen über die ursprüngliche Herkunft seiner Findelkinder, was eine Suche erschwert.


